Unsere Gründe
✝ Für den Erhalt der
Christophorus-Grundschule
Bad Zwischenahn - Rostrup (CGS)
Ein unverzichtbarer Ort für Bildung, Glauben und Gemeinschaft
1. Warum eine katholische Grundschule in Bad Zwischenahn?
- Einziger katholischer Bildungsort für Grundschulkinder im Ammerland – ein katholischer Kindergarten fehlt komplett.
- Keine Alternative möglich: Die CGS ist die am nordwestlichsten gelegene katholische Grundschule Deutschlands.
- Grundlage für den Besuch katholischer weiterführender Schulen (z. B. in Oldenburg).
- Gelebte religiöse Vielfalt im säkularen Umfeld – sichtbares Zeichen von Pluralität.
- Steigender Bedarf durch Zuzug junger katholischer Familien und Spätaussiedler.
- Ort der Zugehörigkeit für Kinder, um Glaube, Spiritualität und Werte zu erleben.
🌱 2. Warum gerade jetzt nicht schließen?
- Der Rückgang der Schülerzahlen war temporär bedingt (Leitungslosigkeit 2019–2021).
- Seit 2023: stabiles Kollegium und stetig steigende Anmeldungen:
- 2023: 2 Anmeldungen
- 2024: 6 Anmeldungen
- 2025: 11 Anmeldungen
- Prognose bis 2031: 51 Schüler (KI-basiert).
- Ganztagsschule ab 2025/26 genehmigt (Bescheid vom 09.05.2025).
- Wachsende Nachfrage auch durch Schulwechsler mit besonderen Bedarfen (z. B. Autismus-Spektrum).
📘 3. Was macht die CGS pädagogisch besonders?
- Präventionsschule statt Förderschule – entlastet das System.
- Kleine Klassen = individuelle Förderung, integrative Arbeit, starke Gemeinschaft.
- Christliche Bildung im Alltag: Gottesdienste, Jahreskreis, Seelsorge, christliches Frühstück.
- Moderne Pädagogik: Projekte, Exkursionen, digitale Medien, klassenübergreifendes Lernen.
🧩 4. Warum ist der Standort wichtig?
- Zentrum der katholischen Gemeinde, insbesondere da kein katholischer Kindergarten existiert.
- Anlaufstelle für junge Familien, besonders mit Flucht- oder Migrationshintergrund.
- Keine Alternative im Umkreis – die CGS ist alternativlos.
🔧 5. Was ist das Konzept zur Fortführung?
- Regelbetrieb ohne Befristung, um Planungssicherheit zu schaffen.
- Jährliche Überprüfung bis 2030 durch den Schulausschuss.
- Gezielte Aufnahme von Kindern mit Bedarf an kleinen Klassen.
- Stärkere Sichtbarkeit über Medien, Netzwerke, Kitas.
- Trägerschaft prüfen: Kirchliche Organisation kann entlasten.
- Integration benachteiligter Kinder aus Asyl- und Fluchtsituationen stärken.
💰 6. Finanzen – Realität statt Symbolik
- Einsparungen gering: ca. 28.000 €/Jahr (Sachmittel, Sekretariat etc.).
- Verlust wäre groß: Eine funktionierende, profilierte Schule mit wachsender Nachfrage ginge verloren.
- Keine Mehrkosten bei Personal – Lehrkräfte sind vorhanden.
🛑 7. Entkräftung der Schließungsgründe
Gemeinde-Argument Realität
doppelte Strukturen Jede Schule hat ihr eigenes pädagogisches Profil
Einsprarungen Symbolisch, aber pädagogisch und sozial teuer
Gleichbehandlung Kinder sind unterschiedlich - und brauchen
unterschiedliche Schulen
Christliche Bestandteile überall In der CGS wird Glaube konkret gelebt, nicht nur
erwähnt.
✅ Fazit
Die Christophorus-Grundschule ist:
- ein Ort gelebter christlicher Bildung und Gemeinschaft,
- eine tragende Säule für katholische Familien,
- eine unverzichtbare Angebotsschule im Ammerland,
- finanziell tragbar,
- pädagogisch zukunftsfähig,
- strukturell gut geführt,
- bereit für den nächsten Entwicklungsschritt.
🕊 Schlusswort
„Die Christophorus-Grundschule ist mehr als ein Lernort – sie ist ein Schutzraum, ein Wertehaus, ein Lichtpunkt in einer säkularen Umgebung. Wer sie schließt, trifft Kinder, Familien und Zukunft gleichermaßen.“
Stellungnahme zum Vorschlag der Verwaltung auf Auflösung der Christophorus-Grundschule
05.06.2025
Sehr geehrte Damen und Herren,
wir möchten wie folgt Stellung nehmen zum Antrag der Verwaltung sowie zu den am Montag vorgetragenen Argumenten in Bezug auf die Schließung der Christophorus-Grundschule:
1. Veraltete Schülerzahlen
Die zugrunde gelegten Schülerzahlen, auf denen sämtliche Berechnungen und Argumentationen beruhen, sind nicht aktuell. Die aktuelle Schülerzahl liegt bei 36 Schülern.
Auch für das kommende Schuljahr liegt die Anmeldequote mit derzeit 11 Kindern deutlich über dem Durchschnitt der Vorjahre. Für das Schuljahr 2025/26 beträgt die Zahl der derzeit gemeldeten Schüler 32 (und nicht 26, wie von der Verwaltung angenommen); weitere 4 Familien sind mit der Schule im Anmeldeprozess, sodass mit 36 Schülern prognostisch gerechnet werden kann.
In Anbetracht der Tragweite einer Schulschließung ist es unerlässlich, einen stabilen, jahresübergreifenden Trend abzuwarten. Dass die Verwaltung am 19.03. kurzfristig auf Zahlen reagieren konnte, zeigt, dass auch eine aktualisierte Bewertung auf Basis der derzeitigen Entwicklung zeitnah möglich wäre.
2. Situation der Jahrgangsstufe 2
Die Aussage der Landesschulbehörde, einer Schließung nicht widersprechen zu können, bezieht sich maßgeblich auf die derzeit leere Jahrgangsstufe 2. Für diese Jahrgangsstufe wurde aktuell ein Kind angemeldet, eine weiter Familie möchte ihr Kind hospitieren lassen. Ein dauerhafter Leerstand kann daher nicht vorausgesetzt werden.
3. Verfahren und Einbindung
Die Antragstellung der Verwaltung erfolgte ohne frühzeitige Einbindung der Schulleitung oder relevanter politischer und kirchlicher Gremien. In der Kürze der Zeit war eine angemessene inhaltliche Prüfung der Argumente nicht möglich. Angesichts der Tragweite dieser Entscheidung wäre eine längere Beratungsfrist zwingend erforderlich gewesen. In diesem Zusammenhang ist es für uns verwunderlich, dass die letzte Sitzung des Schulausschusses vom 04.03.2025 aufgrund mangelnden Besprechungsbedarfs entfiel.
4. Keine belastbare finanzielle Grundlage
Bislang wurden weder im Antrag der Verwaltung noch in der Informationsveranstaltung finanzielle Aspekte der Entscheidung dargestellt. Es ist bislang für alle Beteiligten völlig unklar, um welche Summen im Schulhaushalt der Gemeinde es sich handelt. Daher kann das zentrale Argument der Verwaltung, die Schule aus Einsparungsgründen zu schließen, noch überhaupt nicht bewertet werden.
5. Begrenztes Einsparpotenzial
Aus unserer Sicht ist das tatsächliche Einsparpotenzial durch die Schulschließung äußerst gering. Die Sachkosten für Schülerinnen – etwa für Lernmittel und Raumkosten – fallen auch bei Verlagerung an eine andere Schule in der Gemeinde weiterhin an. Eingespart werden könnten allenfalls anteilige Kosten für eine Sekretariatsstelle (sofern überhaupt kündbar) sowie für Schülerbeförderung. Dies steht in keinem angemessenen Verhältnis zur Schwere der Entscheidung. Dass bislang keine Gespräche mit den Herkunftsgemeinden der auswärtigen Schülerinnen geführt wurden, spricht zudem nicht für einen akuten finanziellen Handlungsdruck.
6. Schutzstatus der Bekenntnisschule
Die Christophorus-Grundschule ist als katholische Bekenntnisschule durch das Konkordat zwischen dem Land Niedersachsen und dem Heiligen Stuhl besonders geschützt. Die bislang vorgebrachten Argumente zeigen, dass eine Schließung formal möglich wäre – jedoch keineswegs notwendig.
Bekenntnisschulen – insbesondere christliche Schulen – bieten Eltern und Schülern ein pädagogisches Profil, das sich bewusst von dem staatlicher Schulen unterscheidet. Sie schaffen ein unterstützendes Umfeld für Kinder, die Glauben auch im Schulalltag leben wollen. Unterricht und Schulleben sind daher vom christlichen Weltbild geprägt und fördern Persönlichkeitsentwicklung, Werteorientierung sowie die Auseinandersetzung mit existenziellen Fragen. Die enge Zusammenarbeit zwischen Schule, Elternhaus und örtlicher Glaubensgemeinschaft, die individuelle Förderung und das gelebte Prinzip der Nächstenliebe machen diese Schulform besonders. Die Christophorus-Grundschule erfüllt diese Ansprüche in besonderem Maße. Ihr Charakter ist weder ersetzbar noch übertragbar – ein zusätzlicher Aspekt, der neben der juristischen Schutzwirkung auch bildungspolitisch ins Gewicht fällt.
7. Verfahrenstechnische Risiken bei Rostrup-Wiedereröffnung
Es ist auch von Seiten der Verwaltung zu prüfen, ob durch die zeitgleiche Schließung der Grundschule Rostrup (welche notwendig ist, um die Schließung der Christophorus-Grundschule verfahrenstechnisch zu ermöglichen) und deren Wiedereröffnung die Bewilligungsfristen für bspw. die Ganztagsbetreuung zum Schuljahresbeginn eingehalten werden können. Auch müsste bei dem Vorschlag der Gemeinde, durch die Zusammenführung beider Schulen auch das christliche Konzept der Christophorus-Grundschule zu berücksichtigen, weitere Gespräche und konzeptuelle Prozesse stattfinden, die der Zeit bedürfen.
8. Keine erkennbaren Vorteile für das Gemeinwesen
Bislang konnte die Verwaltung nicht darlegen, welchen konkreten Vorteil die Auflösung der Christophorus-Grundschule für die Gemeinde oder für die übrigen Grundschulen hätte. Es ist nicht nachvollziehbar, weshalb eine Schule mit qualitativ hochwertigem Bildungsangebot geschlossen werden soll, ohne dass dadurch Verbesserungen an anderer Stelle entstehen.
9. Konstruktive Alternativen und Gesprächsbereitschaft
Von schulischer, kirchlicher und elterlicher Seite besteht der klare Wille, Lösungen zu erarbeiten, die den Herausforderungen der Gemeinde begegnen. Denkbar sind unter anderem: die Übernahme in kirchliche Trägerschaft (ein Antrag bei der Schulstiftung des Bistums wurde in den letzten Tagen gestellt), die Einführung einer Ganztagsbetreuung, eine Modifikation der Aufnahmequoten (wie es derzeit bei den weiterführenden katholischen Schulen in Oldenburg diskutiert wird), ein Umzug der Schule in das Gebäude am Wasserturm, etc.
All diese Optionen benötigen Zeit zur seriösen Prüfung – Zeit, die einem Verfahren mit dieser Tragweite auch eingeräumt werden sollte.
Fazit:
Wir sind überzeugt, dass es eine zentrale Aufgabe der Gemeinde ist, den Schulbetrieb langfristig zu sichern und zu fördern. Eine gute schulische Bildung ist Grundpfeiler für gesellschaftlichen Zusammenhalt, wirtschaftliche Entwicklung und die persönliche Zukunft junger Menschen. Die Christophorus-Grundschule, die ein qualitativ hochwertiges Beschulungs-Angebot machen kann und als Bekenntnisschule durch die vertragliche Lage des Land Niedersachsen mit dem Heiligen Stuhl einen hohen Erhaltungscharakter inne hat, steht daher für ein vielseitiges Bildungsangebot in unserer Gemeinde.
Die vorgebrachten Argumente reichen derzeit nicht aus, um eine so weitreichende Entscheidung wie die Auflösung dieser Schule zu rechtfertigen. Statt einer vorschnellen Schließung braucht es jetzt einen strukturierten Dialog, transparente Entscheidungsgrundlagen und die Einbindung aller Beteiligten.
Wir sprechen uns daher nachdrücklich für die Ablehnung des Antrags aus und stehen im kommenden Schuljahr gerne zur Verfügung, um Gespräche und zukunftsorientierte Lösungen gemeinsam mit Schule und Gemeinde zu erarbeiten. Die Christophorus-Grundschule kann und will einen nachhaltigen Beitrag zum Bildungsangebot der Gemeinde Bad Zwischenahn leisten.
In der Zuversicht, dass eine zukunftsfähige Entscheidung im Sinne der Kinder, Familien und der Schullandschaft getroffen wird,
der Freundeskreis der Christophorus-Grundschule