Leserbriefe



Vormerkung: Die Berichterstattung zur Frage der Trägerschaft einen tendenziösen Eindruck erweckt. Der Leser könnte meinen, die katholische Kirche habe kein Interesse an einer Übernahme – tatsächlich ist es jedoch die Gemeinde, die kein Interesse an einem Fortbestand der Schule zeigt: weder in eigener Trägerschaft noch im Rahmen eines Wechsels. Dabei ist es originäre Aufgabe der Gemeinde, bei der Kirche einen Antrag auf Übernahme zu stellen, Zahlen zu liefern und Gespräche zu führen. Dass stattdessen die Schulgemeinschaft und die Kirchengemeinde diese Aufgaben übernommen haben – und das unter erheblichem Zeitdruck –, ist bemerkenswert. Trägerwechsel benötigen in der Regel ein bis zwei Jahre. In diesem Fall wurde das Verfahren von der Gemeinde nicht nur verschleppt, sondern aktiv behindert. Selbst als der Weihbischof zu Gesprächen nach Bad Zwischenahn kam, wich der Bürgermeister dem Thema demonstrativ aus, wie er selbst in der Ratssitzung am 24.06. sagte. Das Verhalten der Gemeinde spricht eine deutlichere Sprache als jede offizielle Stellungnahme – und es zeigt klar, wo der politische Wille fehlt: nicht auf Seiten der Kirche, sondern in der Gemeindeverwaltung.







Leserbrief: Ein Trauerspiel politischer Kurzsichtigkeit
Die Entscheidung der Gemeinde Bad Zwischenahn, die Christophorus-Grundschule (CGS) innerhalb weniger Wochen zu schließen, ist ein beispielloses Beispiel politischer Kurzsichtigkeit – und menschlicher Kälte.
Ohne jede finanzielle Notlage, mit einem realen Einsparpotenzial von nur 28.000 € jährlich, wird hier ein Bildungsort zerstört, der für viele Familien nicht nur Schule, sondern Lebensanker ist. Die CGS ist keine Förderschule, aber sie erfüllt diese Funktion oft – sie nimmt Kinder auf, die an anderen Schulen scheitern würden. Sie ist eine Schule mit Herz und Haltung, mit kleinen Klassen, gelebter Integration und einem religiösen Profil, das in unserer säkularisierten Gesellschaft umso wertvoller ist.
Man fragt sich: Warum die Eile? Warum diese Entscheidung innerhalb von nur acht Wochen – kurz vor und mitten in der Ferienzeit? Eltern berichten, ein Ratsmitglied habe ihnen offen gesagt: "Das machen wir öfter so – dann ist weniger Widerstand zu erwarten." Das ist keine demokratische Verantwortung, das ist Machtspiel auf dem Rücken von Kindern.
Die Grundschule Rostrup ist bereits an ihrer Kapazitätsgrenze. Für das kommende Schuljahr sind dort bereits zehn von zwölf möglichen Klassen eingeplant. Mit dem neuen Baugebiet auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände ist ein starker Zuzug an Familien zu erwarten. In wenigen Jahren wird man nicht umhin kommen, eine neue Grundschule zu eröffnen. Die Schließung der CGS jetzt ist nicht nur moralisch fragwürdig – sie ist auch planerisch absurd.
Besonders bitter ist: Die CGS ist dabei, sich zu erholen. Zwei Schulleiterwechsel in kurzer Zeit haben Vertrauen gekostet. Doch nun steigt die Nachfrage wieder, 11 Anmeldungen für das kommende Schuljahr, dazu sechs Quereinsteiger allein im letzten halben Jahr. Die Schulgemeinschaft hat konstruktiv auf den Vorstoß der Verwaltung reagiert, Gespräche angeboten, alternative Trägermodelle und Räumlichkeiten geprüft und ein Moratorium zur Vertagung der Entscheidung vorgeschlagen – alles mit dem Ziel, gemeinsam tragfähige Lösungen zu finden. Doch all diese Angebote wurden von der Gemeinde ausgeschlagen. Warum also dieser überhastete Kahlschlag?
Die Schließung dieser Schule ist ein Verlust für das gesamte Ammerland. Sie beraubt Eltern der Wahlfreiheit, christliche Bildung wohnortnah zu wählen – obwohl Religionsfreiheit und Bildungsvielfalt Grundrechte sind. Sie trifft besonders verletzliche Kinder, denen große Schulen nicht gerecht werden können. Und sie widerspricht allem, was die Kultusministerin als Zukunftsmodell propagiert: kleine Lerngruppen, Integration, Ganztag, Werteorientierung.
Es bleibt der bittere Nachgeschmack von intransparenter Entscheidungsfindung und fehlender Weitsicht. Zum Glück haben sich über 30 Familien entschieden, zu klagen – ein Hoffnungsschimmer in diesem Trauerspiel. Denn wer eine Schule ohne Not schließt, verliert mehr als Räume: Er verliert Vertrauen


Leserbrief zum Artikel „Rostruper Grundschulen werden eins“ vom 29.07.2025
Das Meer- chen von der Einswerdung zweier Grundschulen

Die Meinungen mögen sich an der Zusammenlegung der in demselben Gebäude untergebrachten Bad Zwischenahner Grundschulen „Grundschule Rostrup“ und „Christophorus Grundschule“ scheiden.
Tatsache ist aber, dass hier nicht zwei gleiche Grundschulen nach dem Motto „aus zwei mach eins“ zusammengeführt werden sollen. Diesen Anschein erweckt der Artikel, was vernünftig und naheliegend klingt. Es wird dabei allerdings verschwiegen, dass die Christophorus Grundschule nach fast 80jähriger Geschichte als letzte Bekenntnisschule im Ammerland ihrem Leitbild, Wesen und Inhalt nach verschwinden und formal in der Grundschule Rostrup aufgehen soll.

Mit der Christophorus Grundschule gehen auch ihre Alleinstellungsmerkmale verloren:

1.        Die Vermittlung christlicher Inhalte und Werte über den Religionsunterricht hinaus sowie eine am Glauben orientierte Erziehung
2.        Eine strukturelle Überschaubarkeit mit eher familiären Rahmen als Alternative zu groß zusammengefassten zentralen Schulformen
3.        Klassenstufen- übergreifender Unterricht

Damit verliert die Gemeinde Bad Zwischenahn Vielfalt und Auswahlmöglichkeit in ihrer Bildungslandschaft. In der Ratssitzung am 24.06.2025 wurde deutlich, dass ein Gerechtigkeitsgedanke maßgeblich für die politische Entscheidung war. Bemerkenswert ist dabei, dass die kleine Bekenntnisschule im Unterschied zum privaten Schulsektor ein von wirtschaftlichem Hintergrund unabhängiges Angebot der Wahlfreiheit auch und gerade für Schülergruppen darstellt, die sonst nicht das Privileg der Auswahl haben. Mehr noch, gerade für Geflüchtete und Verfolgte ist diese Schule aus ihrer Tradition heraus Ankunfts- und Ankerpunkt.

Nicht differenziert dargestellt wird auch die Schülerzahlentwicklung, die sich nach einem von vielen Faktoren beeinflussten Krisenjahr 2023 mit Ausfall eines kompletten Einschulungsjahrgangs wieder im Aufwärtstrend befindet. Diesen Trend wird das in der Vergangenheit von einem Einheitlichkeitsanspruch der Gemeinde Bad Zwischenahn als Schulträgerin gebremste, dringend benötigte und nun endlich in den Startlöchern stehende Ganztagskonzept erwartungsgemäß weiter positiv befeuern. 

Nicht korrekt ist außerdem, dass die Schüler und Schülerinnen beider Grundschulen automatisch die neue Zusammenlegungsschule besuchen werden. Aus der Eigenschaft einer Bekenntnisschule ergibt sich für die Christophorus-Grundschule neben der bewussten Entscheidung für diese Schulform auch eine Wohnsitz-Vielfalt der Schülerinnen und Schüler. Sollte diese Schule mit ihren Alleinstellungsmerkmalen verschwinden, werden Anteile der Schülerinnen und Schüler nach Abwägung ihrer jeweiligen Lebenssituation Wohnort- nähere Schulen aus dem vereinheitlichten Angebot wählen oder die tägliche weitere Anreise in entferntere Bekenntnisschulen auf sich nehmen.

Unerwähnt bleiben auch die Lehrkräfte, denen eine sehr kurzfristige Versetzung teilweise an entferntere Standorte zugemutet wird, weil die Zusammenlegungsschule nicht automatisch die passenden Dienstposten aufweist.

32 Schüler und Schülerinnen waren der Schulträgerin nicht genug, die Schulentwicklung weiter zu beobachten und ihre Vielfalt zu dulden, zumal wirtschaftliche Gründe keine Rolle bei der Abwägung einer Zusammenlegung gespielt haben. Offen bleibt, welche größeren Dimensionen über die Bedürfnisse der Schulkinder gestellt wurden.


Leserbrief zur geplanten Zusammenlegung der Christophorus-Grundschule Rostrup mit der benachbarten Grundschule vom 23.06.2025

Als ehemaliger Schüler der Christophorus-Grundschule in Rostrup nehme ich die bekannt gewordenen Pläne zur Zusammenlegung mit großer Irritation zur Kenntnis.

Wer sich mit den Anforderungen an eine differenzierte, pluralitätsfähige Bildungslandschaft befasst, erkennt rasch, dass hier nicht ein organisatorischer Anpassungsschritt vollzogen wird, sondern dass es sich um einen massiven Eingriff in die gewachsene Struktur eines konfessionellen Bildungsangebots handelt – mit absehbar irreversiblen Folgen.

Die Schule erfüllt eine tragende Funktion: Sie ist mehr als eine kleine Grundschule mit überschaubarer Schülerzahl – sie ist Ausdruck eines pädagogischen Profils, das auf christliche Werteerziehung, familiäre Nähe und individuelle Förderung setzt. In Zeiten, in denen Bildungseinrichtungen häufig überlastet, anonymisiert und überstandardisiert wirken, wirkt gerade diese Schule als Korrektiv.

Effizienz lässt sich auch im Kleinen erzielen. Verwaltungstechnisch bestehen zahlreiche Möglichkeiten, ressourcenschonend zu agieren, ohne eigenständige Strukturen aufzugeben: durch Lehrkräftepools, Kooperationen im Ganztag, gemeinsam genutzte Räume oder abgestimmte Stundenpläne mit der benachbarten Schule. Solche Optionen sind dem Schulträger bekannt – sie müssen aber auch politisch gewollt sein.

Besonders schwer wiegt jedoch der Umgang mit den Betroffenen. Weder die Eltern noch das Kollegium noch die Schüler wurden erkennbar in die Entscheidungsfindung einbezogen. Dabei verpflichtet das Niedersächsische Schulgesetz in § 106 Absatz 3 Satz 2 ausdrücklich dazu, vor einer Schulauflösung die Belange der Erziehungsberechtigten angemessen zu berücksichtigen. Dass dies hier nicht nur unterblieben, sondern offenbar bewusst übergangen wurde, stellt einen schwerwiegenden Mangel im Verfahren dar.

Die Gemeinde Bad Zwischenahn als Schulträger ist nicht berechtigt, gegen den erklärten Elternwillen zu handeln, ohne diesen im Rahmen einer tragfähigen Gesamtabwägung nachvollziehbar begründet zu haben. Schulentwicklung darf nicht als Verwaltungsakt verstanden werden, der über die Köpfe der Betroffenen hinweg organisiert wird. Wer so vorgeht, gefährdet nicht nur das Vertrauen in die Gemeindeverwaltung, sondern beschädigt das Selbstverständnis von Schule als gemeinschaftlich getragener Verantwortung.

Die Christophorus-Grundschule steht für ein Erziehungsmodell, das in der heutigen Bildungsdebatte dringender gebraucht wird als je zuvor: mit klarer Werteorientierung, niedrigschwelliger sozialer Integration und einem starken Bezug zum Gemeinwesen. Wer das aufgibt, um Verwaltungseinheiten zu vergrößern, verliert mehr, als er gewinnt.

Mit Nachdruck für den Erhalt dieser Schule,
Jakob, Natalia und Jonathan Reinhold

Auszüge aus einer WhatsApp-Nachricht

Ich habe bei meinem Kind nachgefragt, warum die CGS besser ist und er dort hingehen will. Seine Antworten: 
• kein Ärgern, kein Auslachen, keine Prügeleien 
• die Lehrer geben mehr Tipps 
• die Lehrer sind nicht nur pro-Mädchen, sondern pro-alle 
• die Lehrer reden nicht so lang, sondern nur kurz, und wir dürfen gleich etwas machen 
• die Lehrer sind sowas von nett (da benutzt er ein positiv besetztes Jugendwort, das ich aber besser nicht zitiere) 
• die anderen Kinder entschuldigen sich sogar, wenn ich etwas falsch gemacht habe 
• nicht so laut 
• ich kann kochend gut arbeiten (ist auch Jugendsprache, bedeutet  kreativ und mit Eifer arbeiten) 
So sieht es also ein Schüler und beschriebt es mit seinen Worten.




Ich denke, das Erfolgsgeheimnis der CGS hängt stark am sozialen Rahmen und Miteinander: 

Frau Meinen hat mir am ersten Tag gesagt, sie könne nicht lang mit mir reden, sie müsse Pausenaufsicht machen. 

„Super“, war mein erster Gedanke, die Rektorin hat den direkten Blick auf die Basis, diese Aufgabe wird nicht an subalterne Hilfskräfte delegiert. 

 

So entdeckt man Ausgrenzung und kann Integration fördern oder Gewaltdynamiken früh erkennen oder Ärgern im Verborgenen. Man kann Gutes loben wie zB Nothilfe in der Kletterspinne. 

Vieles wird außerhalb vom eigentlichen Unterricht gelebt und gelernt. 

Dazu muss man die Kinder (Engelchen und Bengelchen) aber kennen und mit Herz und Verstand hinsehen. 

 

Ein Faktor für den Erfolg könnte auch die Unterrichtsmethodik sein: 

Vielleicht kommen manche Kinder mit Frontalunterricht besser klar als andere? 

Die letzte Gruppe geht dann woanders eher unter und profitiert mehr von Abwechslung und klassenübergreifenden Modellen. 

 

Das Umkippen von Geräuschen (angenehm, normal) in Lärm (stressig, störend), also der akustische Rahmen, spielt wohl auch eine Rolle. 

 

Geschlechtsspezifische Bedürfnisse von Jungen könnten auch eine Rolle spielen? 

 

In der CGS scheint einiges zusammenzukommen, was gut ist. 

 

In meinem Wertesystem handelt sich doch eher um ein Modell für andere Schulen. 

Also etwas zum Nachahmen durch den Vorbildcharakter, anstatt zum Schließen. 

  

Ich würde mir wünschen, dass Politik das auch erkennt und so sieht.

Dagmar, Mutter eines Drittklässlers

Leserbrief zu "Zukunft der Grundschule ungewiss"
NWZ v. 04.06.2025 S.13

 
Die Verwaltung der Gemeinde Bad Zwischenahn hat bei der 'Eltern-Informationsveranstaltung der Gem. Bad Zw.'ahn am 02.06.25 durch die Leiterin des Fachbereichs Soziales die seitens der Verwaltung geleistete Arbeit vorgestellt, allerdings mit der Empathie eines Taschenrechners, der ihm eingegebene Daten emotionslos und endgültig hinnimmt und verarbeitet, obwohl die in die Präsentation eingeflossenen Zahlen (voraussichtliche Entwicklung der Schülerzahlen) zwischen Schule und Verwaltung höchst unterschiedlich und nicht belastbar waren. Ergebnis der Verwaltung dennoch: die Verwaltung "kann" die Kath. Christophorusschule und die Grundschule Rostrup auflösen und zu einer neuen Grundschule Rostrup zusammenfassen. 
Mit keinem Wort wurde jedoch über das vermeintliche rechtliche "Können" hinaus eine Begründung für eine "sachliche Notwendigkeit" oder auch nur eine "Nützlichkeit" der geplanten Maßnahme gegeben. 
Großer Widerstand wurde nicht nur durch die zahlreich erschienenen Eltern, Lehrer und Mitglieder des Fördervereins laut, sondern auch durch eine von über 1.200 Unterzeichnern unterstützte Online-Petition sowie einer in der Kath. Kirche ausliegenden Petition.
Die teils sehr emotional vorgetragen Wertschätzungen der Schüler-Eltern für die besonderen Qualitäten der durch christlich geprägte Werte ausgezeichneten Christophorusschule verhallten vor den Ohren der Vertreter der Kommune. Spontan erklärte eine zuhörende Mutter, dass sie beabsichtige, ihr Kind ob der geschilderten hohen Qualifikationen der Christophorusschule umgehend dort anzumelden.
Finanzielle Gründe (Kostenersparnis) führte die Verwaltung gar nicht erst an. Eine Frage aus dem Publikum nach etwa durch die Schulschließung ersparten Kosten konnte die Verwaltung nicht beantworten; Zahlen dazu lägen ihr nicht vor. 
Deutlich wurde ferner, dass die Gemeinde die ihrer beabsichtigten Entscheidung zugrunde gelegten Schülerzahlen nicht sicher ermittelt hat. Seitens der Leiterin der Schule wurden erheblich größere Schüler-zahlen angegeben als die von der Verwaltung für die beabsichtigte Maßnahme unterstellten. Unbestritten weist die Christophorusschule jedoch steigende Schülerzahlen auf. Eine Entscheidung der Verwaltung/des Rates für die Auflösung der Schule dürfte schon aus diesem Grunde rechtlich keinen Bestand haben.
Auch in einer öffentlichen Sitzung des Schulausschusses vom 10.06.25, die eine -von der Sitzungsleitung eingeräumt- nie dagewesene Öffentlichkeitsbeteiligung aufwies, wurden von den anwesenden Eltern der Schulkinder wieder die besonderen positiven Merkmale der Christophorusschule hervorgehoben und die Schule als Kleinod und Diamant dargestellt, um deren Erhalt im Interesse der dort beschulten Kinder weiter gekämpft werde. 
Wenn die Verwaltung demgegenüber von der Notwendigkeit einer Gleichbehandlung der Schulen spricht, so kann es meines Erachtens nicht dadurch geschehen, dass das Niveau der Christophorusschule abgesenkt, sie sogar abgeschafft wird, sondern dadurch, dass das Niveau der anderen Schulen auf das Niveau und Ansehen der Christophorusschule anhoben wird. Es gibt keinen Rechtsanspruch darauf, dass eine nicht nur von Schülern und Eltern äußerst positiv bewertete Schule ihr Leistungs- und Erscheinungsbild verschlechtern muss.
 
Ungeklärt ist ferner die Rechtsfrage, ob bei Auflösung der Christophorusschule als Bekenntnisschule  und Verschmelzung dieser zu einer (bekenntnisfreien) 'Grundschule Rostrup' ein Verstoß gegen Art. 6 Abs. 1 S. 1 des Konkordates zw. dem Hl. Stuhl und dem Land Nds. vom 26.02.1965 vorliegt. Danach "gewährleistet das Land die Beibehaltung .. von katholischen Bekenntnisschulen im Primarbereich (Schuljahrgänge 1-4). Bekenntnisschulen können grundsätzlich nur  mit gleichen Schulen zusammengelegt werden".
Eine verwaltungsgerichtliche Auseinandersetzung im Falle der Schließung der kath. Christophorusschule als Bekenntnisschule scheint daher unvermeidlich.
 
Günther Triphaus, Bad Zwischenahn

Es ist wichtig, dass es unterschiedliche Schulformen gibt. Wenn wir von Entwicklung und Bildung für alle sprechen, dann gehört auch eine kleine Schule, wie die Christophorus Schule dazu. Eltern und Kinder sollten ein Wunsch- und Wahlrecht haben und das funktioniert nur, wenn rechtzeitig mögliche Veränderungen diskutiert werden und alle Beteiligten ernst genommen werden. Für mich gehört dieser Prozess zu einer, besonders in der heutigen Zeit, wichtig gelebten Demokratie.


Leserbrief zur Schulschließung in Rostrup (NWZ, 22.05.2025)

Mit großer Bestürzung habe ich von der geplanten Schließung der katholischen Christophorus-Grundschule in Rostrup gelesen. Der Bürgermeister verkauft diese Maßnahme als „Zusammenlegung zweier Regelschulen“ – in Wahrheit bedeutet sie jedoch die faktische Auflösung einer konfessionsgebundenen Schule mit langer Tradition und festem Platz in der Schullandschaft.
Die Darstellung, man handle hier im Sinne der Effizienz oder aufgrund wirtschaftlicher Notwendigkeiten, wirkt vorgeschoben. Denn wer die Kosten betrachtet, erkennt schnell: Im Vergleich zum Gesamtvolumen des kommunalen Haushalts handelt es sich um Peanuts. Die Einsparungen stehen in keinem Verhältnis zum Verlust, den die betroffene Schulgemeinschaft erleidet – sowohl pädagogisch als auch kulturell.
Gerade in einer Zeit, in der Vielfalt und Wahlfreiheit im Bildungssystem hochgehalten werden, wirkt diese Entscheidung rückwärtsgewandt. Es entsteht der Eindruck, dass hier eine unbequeme, vielleicht nicht ins politische Konzept passende Schule einfach „plattgemacht“ wird – unter dem Deckmantel der Verwaltungslogik.
Ich fordere den Bürgermeister auf, diese Entscheidung noch einmal zu überdenken. Schulpolitik darf nicht auf dem Rücken der Kinder, Eltern und engagierten Lehrkräfte gemacht werden – und schon gar nicht auf Grundlage von Scheinargumenten.

Almut Gerdes, Rostrup